Amtsblatt
Artikel aus dem Amtsblatt der VG Straußfurt Riethnordhausn betreffend. Die Einträge reichen zurück bis ins Jahr 2010.
Archiv https://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jpjournal_00001619
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 12/2010
Die FFW Riethnordhausen teilt die Umsetzung der Sirene vom alten Schulgebäude auf das Gebäude der Gemeinde mit.
Neben der manuellen Alarmauslösung am Gemeindeamt kann die neue Sirene auch über Funk durch die Leitstelle Erfurt ausgelöst werden. Bei der Funkauslösung werden gleichzeitig auch die Funkmeldeempfänger der aktiven Kameraden mit angesteuert.
Die monatliche Funktionskontrolle wird zukünftig durch die Leitstelle Erfurt jeweils am letzten Mittwoch um 15:00 Uhr durchgeführt.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 12/2010
Die Kirmes 2010 in Nurzen stand alleine schon wegen des Wetters unter einem guten Stern.
Nach dem internen Motto
Ja, ja so blau, blau, blau soll die Kirmes gehen,
Wenn beim Hähne krähn, wir uns wieder sehn.
Ja mit dem re-re-re-mit dem reden muss es gehen,
Damit wir uns gut verstehen.
A.St.
wollten wir ein paar schöne Kirmestage verbringen und man muss sagen, es ist uns gelungen.
Von Donnerstag bis Montag strömten viele Besucher zu uns ins Festzelt bzw. auf den Festplatz.
Nachdem es Donnerstag mit Kirche und Tannensetzen schon gut begonnen hatte, wobei anzumerken ist das uns langsam die Standorte an denen wir Tannen setzen können ausgehen, danke an das Hotel Landvogt und an Willy´s Getränkestützpunkt, fanden in diesem Jahr einige Leute mehr den Weg zum Heimatabend. Um diesen etwas schwungvoller zu gestalten, traten nicht nur die Kinder mit ihrer Mini Play Black Show auf, sondern auch die Erwachsenen Kirmesmitglieder mit ihrer Hitparade der Volksmusik, was sehr gut ankam.
Am Freitag heizten die Rocktigers mit einer gelungenen Bühnenshow den vielen Gästen ordentlich ein.
Als sich am Samstag früh die Kirmesgesellschaft zum Sändchen traf, hatte es so mancher Kirmesbursche schwer in Tritt zu kommen. Und so schafften wir das Ständchen gerade so bis zum Ende durchzuziehen, was dann noch mit einer Belohnung für die Frauen abgeschlossen wurde. Am Samstag lud dann die Band Rennstieg Live zum Tanz ein, welcher durch ein abwechslungsreiches Programm der Kirmesgesellschaft begonnen wurde.
Besonders zu erwähnen ist das in diesem Jahr der Bänderbaum beim ersten Versuch gelang und sogar eine Zugabe bekam. Das Programm wurde durch die Mini Play Back Show, Rotkäppchen und der böse Wolf, den afrikanischen Frauen und den Männern als Borat abgerundet. Es wurde vom Publikum mit guter Stimmung und viel Applaus belohnt.
Der Sonntag begann mit dem Spanferkelkegeln, ehe Schlagersüßtafel den stimmungsvollen und gemütlichen Frühschoppen eröffnete. Als dann noch „Altmusiker“ Kuno sich mit einbrachte war die Stimmung im Zelt am kochen.
Bevor sich alle nach dem schmackhaften Mittagessen auf den Kindertanz vorbereiteten.
Dieser wurde durch die Kinder und Erzieher unserer Kindertagestätte „Kirchbergzwerge“ mit einem sorgfältig eingeübten Programm gestaltet und anschließend bei Autoscooter, Schießund Losbude auf dem Festplatz beendet.
Am Abend konnten die Besucher noch einmal das Programm der Kirmesgesellschaft bestaunen und ihr Tanzbein zu den Klängen von „Itschon Titschy“ schwingen. Als dann zum „traurigen Teil“ der Kirmesbeerdigung aufgerufen wurde, waren sich alle einig das eine sehr schöne Kirmes zu Ende ging.
Am Montag trafen sich dann viele Männer beim Nageln im Festzelt und auch die letzte Veranstaltung in diesem Jahr ging erfolgreich zu Ende und die Lichter im Zelt gingen das letztemal aus.
Doch im gleichen Atemzug wurden schon die ersten Gedanken gesammelt und auf die nächste Kirmes vorausgeblickt. Hoch lebe die Kirmes 2011.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 12/2010
Unsere Ortsgruppe und der Reginalverband Sömmerda gedachten des Jubiläums des echten Sozial- und Wohlfahrtsverbandes. Im November 1945 in der „Thüringen Aktion“ und ab April 1946 durch die Ortsgruppe der VS unterstützten sie die Umsiedler und Sozialschwachen im Dorf.
Im Oktober fand wieder die Spendensammlung der VS statt. Sie brachte gute Ergebnisse. Wir danken allen Spendern, besonders dem Bürgermeister und Gemeinderat für ihre großherzige Spende. Dank auch an die fleißigen Sammlerinnen Erika und Kerstin.
Die Hälfte der Summe geht nach Sömmerda und trat mit dazu bei, dass dort ein breites Spektrum sozialer Dienstleistungen, wie „Betreutes Wohnen“und kreisliche Betreuung erfolgen kann. Im Ort erhalten die Seniorinnen der Gemeinde und der Frauenkirchgemeinde finanzielle Unterstützung für die Gestaltung ihrer wöchentlichen Treffs.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 12/2010
Nach der ergiebigen Aussprache und Beschlussfassung der Pläne 2010 und 2011 diskutierten die Ratsmitglieder auch konstruktiv über das Anlegen einer Urnengemeinschaftsanlage auf unserem Friedhof. Sie waren sich alle einig, dass dies erfolgen soll. Es gibt Bürger, die es wünschen, weil sie keine Verwandten hier haben, die ihre Grabstätte pflegen sollten, aber in geweihter Erde bestattet werden wollen. Das Aussehen der Anlage wird noch von der Gemeinde und dem Pfarramt festgelegt.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 12/2010
Am 27.11.2010 lädt unsere Kita zum Tag der offenen Tür ein!
Am 04.12.2010 findet wieder der Weihnachtsmarkt statt. Die „Weihnachtsmänner und -frauen“ sowie die Kita-Kinder erwarten viele Gäste aus nah und fern.
Am 10.12.2010 ist die nächste DRK-Blutspendeaktion. Es gilt, wieder notwendige Blutkonserven zu füllen.
Frau Greyer hat erfolgreich für Kriegsgräberfürsorge e. V. gesammelt.
Am 20.12.2010 Gemeinderatssitzung.
Ende des Jahres erscheint die „Thüringer Laterne“.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 12/2010
Auf sicheren Treppen ging es hinunter in das unterste, feuerverschontes Gewölbe des Turmes, in dem Gemeinde- und Kirchenakten gelagert hatten. An den Türen kann man noch Spuren von Axthieben von Landsknechten aus dem 30-jährigen Krieg erkennen.
Dann ging es in den eigentlichen Neubau. An Toiletten und Garderoberäumen vorbei erreichte ich den breiten Eingangsflur. In ihm stehen Modelle der alten und neuen Kirche sowie Literaturangebote. Nicht vergessen sei die schmucke Küche am Eingang.
Durch eine zu öffnende Glastür schreitend, erblicke ich den großen Kirchensaal, der mittels Schiebewände verkleinert werden kann - je nach Größe der Personenzahl. Moderne Stühle reichen für mehr als 200 Personen. Der mit Bibel, Kerzen und Gebetstüchern versehene Altar steht vor dem künstlerisch gestalteten farbigem Fenster, einschließlich eines schwarzen Kreuzes, mit Blick auf den Friedhof. Anstelle des verbrannten Taufsteins steht jetzt ein uralter Taufstein aus dem Mittelalter. Eine Heizung ist installiert, die auch durch die Solarzellen auf dem Dach gespeist wird. Automatische Rollos verhindern eine zu starke Sonnenscheineinstrahlung. Das ganze Jahr über herrscht nun angenehme Temperatur. Wie war es früher?
Ein Blick zur Empore lässt uns die neue Orgel, von einem Waltershäuser Orgelbauer geschaffen, erkennen.Wenn sie bespielt wird, hallt es wunderbar durch den Kirchensaal. Diese gute Akustik kommt auch den Chören und Orchestern zugute.
Alles in allem ist ein modernes Gotteshaus im 21. Jahrhundert entstanden - die 1733/34 erbaute Kirche ist Geschichte.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 12/2010
Gemeindeorgane: 1984 gehören 12 Frauen und 11 Männer der Gemeindevertretung an. Es sind Arbeiter/Angestellte, LPPBauern, Lehrer und Kindergärtnerinnen. Gerhard Pfeifer (SED) ist Bürgermeister, Marlis Geyer Sekretärin des Gemeinderates. 1985 konstituiert sich der Gemeindeverbandsrat im Gemeindeverband Riethnordhausen mit Haßleben, Nöda und Mittelhausen. 1989 sind 10 Frauen und 13 Männer in der GV (Arbeiter/ Angestellte, LPG-Bauern, Handwerker und Lehrer. G. Pfeifer ist Bürgermeister und Arnd Fischer ist Sekretär des GR.
Bevölkerungs- und Siedlungsverhältnisse:
1981 sind es 874 Einwohner, davon 665 Erwachsene.
1982 sind 893 Einwohner, davon 442 Männer und 451 Frauen. Von diesen 893 Einw. sind 516 arbeitsfähige Bürger, 219 Kinder und Jugendliche, 143 Alters- und 15 Invalidenrentner. Ältester Einw. ist Paul Aron mit 95 Jahren. Im Pflegeheim befinden sich P. Schultze, O. Streu, L. Schwarze und M. Frohn; Paul und Franziska Aron sind 68 Jahre verheiratet.
1983 haben wir 327 Wohneinheiten, davon Ein-, Zwei- Drei- Vier- Fünf- und Sechsraumwohnungen, 7 Wohnungen stehen leer. Die Eigenheimsiedlung wird ausgebaut.
1984 Im Ort sind 860 Einwohner, davon 18 Bürger über 80 Jahre sowie 11 Geburten.
1985 sind es 868 Einw. davon 436 männlich, 129 Rentner & 16 Geburten.
1986 sind es 667 Wahlberechtigte, davon 132 Rentner und 15 Kinder geboren. Im Altersheim sind A. Koch, A. Rottländer, L. Nowak, M. Lorke, R. Popp, Ehepaar Henkel & Schulze.
1987 sind es 903 Einw., davon 132 Rentner, 613 arbeitsfähige Bürger & 158 Kinder und Jugendliche. Der Bau der Wasserleitung im Ort beginnt.
1988 sind es 939 Einwohner in 360 Haushalten.
In der Gemeindeverwaltung arbeiten von 1976-1989 M. Gränzdörfer, S. Kippel von 1983 bis 1989 und Frau Heinrich von 1983 bis 1989. Gemeindearbeiter sind weiterhin H. Heßland. D. Gränzdörfer und Th. Pfeifer.
Die Straßen- und Verkehrsverhältnisse sind 1982 nicht die besten. Das Sorgenkind ist seit Jahren die Karl-Marx-Straße. Diese stark befahrene Durchfahrtsstraße zeigt viele Unebenheiten und wölbt sich zum Teil. Die Kraftfahrer haben es schwer.! „Viel zu wenig Fahrzeuge des Kreises und des Bezirkes fahren durch unseren Ort!“ Der VEB Straßenbau füllt zwar ab und zu die Löcher auf, aber bald sind sie wieder da. Der Kreis vertröstet uns auf 1985, was auch dann geschieht. Die Brauhausgasse und die Walschlebener Straße weisen ebenfalls große Mängel auf. Die schweren Fahrzeuge verformen immer mehr den Untergrund, und die Brücke über den Dorfgraben senkt sich bedrohlich. Ähnlich geht es anderen Brücken. Zwei mußten schon gesperrt werden. Nur die neue Gerabrücke in der Brauhausgasse ist stabil.
Der 1982 eingeführte Busfahrplan bringt einige Nachteile. So fällt der Mitternachtsbus weg (Theaterbesuch) und der Mittagsbus. Noch fährt einige Jahre der Bus um 22.50 Uhr ab Erfurt. Um 15.15 Uhr kann man nach Erfurt fahren, muß aber in Mittelhausen umsteigen in die F-Linie und ab Nordbahnhof mit der Straßenbahn ins Zentrum weiterfahren. So ist man erst gegen 15 Uhr dort. Später fährt die Linie wieder durch, so daß man wieder gegen 15.45 Uhr in Erfurt ist. Ansonsten fahren 14 Busse von Erfurt nach Riethnordhausen und zum Teil nach Werningshausen bzw. nach Gebesee und Dachwig und zurück. Mit dem Bau der Karl-Marx-Straße 1987 treten für einige Monate Erschwernisse ein. So fährt der Linienbus nur noch bis zum Dorfanfang. Bis zum Kulturhaus bzw. zum Pfarramt geht es dann zu Fuß weiter, um von dort wieder mit dem Bus nach Haßleben weiterfahren zu können. Nach der Fertigstellung des 1. Teils der Karl-Marx-Straße läuft dann der Verkehr zeitweise über die Untere Dorfstraße und schließlich über die neue Straße. Sie verleiht dem Ort gleich ein ordentliches und sauberes Aussehen. Die Befürchtungen der Anwohner in „Klein-Berlin“, die Straße sei zu schmal und brächte mehr Schmutz an die Häuser und könnte am westlichen Abhang abrutschen, bewahrheiten sich nicht.
Ein Sorgenkind der Gemeinde ist seit Jahren die Energieversorgung. In den „Spitzenzeiten“ hat das Oberdorf schwankende Stromspannungen. Die Erweiterung der Schule und die neue Eigenheimsiedlung erfordern eine Verbesserung. Von 1982 bis 1984 erfolgen der Bau des Trafo-Hauses am Neubau, von 1986 bis 1987 der Bau des Trafo-Hauses am Schafstall und von 1986 bis 1989 der Bau des Trafo-Hauses am Sportplatz. Mit der Verlegung einer 20-KV-Leitung von Walschleben nach Riethnordhausen verfügen nun alle Haushalte über eine kontinuierliche und ausreichende Stromversorgung, auch die Kleingartenanlage wird mit einbezogen. Bei allen Schachtarbeiten für Trafo-Häuser und Kabelgraben haben sich vor allem die Gemeindearbeiter wie W. Warz und S. Kieslich, die Rentner K. Kühne und E. Schreck, die Kameraden der FFW und die Brigade der RGZ tatkräftig eingesetzt und so die Verwirklichung dieser Vorhaben erst ermöglicht. 1984 ästen Kameraden der FFW ca. 80 Bäume in der Dorfstraße aus und machen dadurch die dortigen Stromleitungen störfrei.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 11/2010
In der September-Sitzung diskutierten die Gemeinderäte über mögliche Investitionen 2011. Nach intensiven Diskussionen bestätigten sie die nachfolgenden Vorhaben, dabei dürfen die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen: 1. Sanierung des „Kleinen Sportplatzes - 25 TE, 2. FFW-Gerätehaus-Fassade-23,5 TE, 3. FFW.Raum-Spinde und Malerarbeiten, 4. Sanierung des ehem. FF-Gerätehauses für den Kirmes- und Trachtenverein - 15 TE, 5. Asphaltierung der Auffahrt zur Kirche - 17 TE, 7. landschaftliche Gestaltung der Fläche vor dem Nurzner Bürgerhaus - 5 TE und Erw. Str. Straßenbeleuchtung - 5 TE = 98.000 E.
Informationen: Die Sirene auf der ehem. Schule wird entfernt und eine neue, kostengünstigere Sirene auf dem Verwaltungsgebäude montiert, mechanische Auslösung. Am 1.12. wird vor der alten Mühle ein Getränkeshop eingerichtet. Am Sportplatz erfolgt ein neuer Abstellplatz für Altkleidersammlungsbehälter - mit besseren Konditionen. Mit Pfarrer Polney ist das Anlegen einer Urnengemeinschaftsanlage auf dem Friedhof im Gespräch - mehr über spätere Diskussionen.
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 11/2010
Am Tag des offenen Denkmals lenkte ich meine Schritte zum wichtigsten Denkmal unseres Dorfes: zur St. Bonifatius-Kirche, zu unser „Thüringer Laterne.“ Vor mehr als 1400 Jahren schritten unsere germanischen Vorfahren, die Thoringer, von ihren Hütten, ihrem Weiler am Fluss hinauf zum über 180m hohen Berg. Es galt, ihre Fruchtbarkeitsgöttin Nert (Nertus) zu ehren. Jedes Jahr im Frühjahr zogen die Bewohner mit ihrem Standbild auf einem Wagen durch die Flur und machten Lärmtum die Geister zu verscheuchen, damit es eine gute Ernte wird.
Nach der Zerstörung des Thüringer Königreiches kamen Missionare aus dem christlichen Frankenreich und bekehrten die Männer, Frauen und Kinder zum christlichen Glauben. Dabei wurde die heidnische Stätte zerstört und sicher an ihr ein Kreuz, eine Gottesstätte errichtet. Archäologen ermittelten 1998, dass hier seit dem 9. Jahrhundert mehrere Vorkirchen gestanden haben, die immer größer gebaut wurden, aber sicher den Unbilden des Wetters nicht standhielten, bis 1733 eine stabilere Kirche entstand. Aber „menschliche Blitze“ machten sie 1996 zur Ruine. Dabei blieb der Kirchturm im unteren Teil im Wesentlichen heil. Der Turm ist der älteste erhaltene Teil der Kirche. Er diente bestimmt der mächtigen Stadt Erfurt, zu der unser Ort im 13. bis 15. Jh. gehörte, als Wachturm, um anrückende Feinde zu melden. Beim Erklettern des Turmes im Innern sieht man, wie wehrhaft der Turm ist mit seinen ein Meter dicken Quadersteinen, ebenso die kleinen Ausgucke, wie Schießscharten. Die damaligen Katholiken aus der weiten Umgebung nutzten die Gottesstätte zu Wallfahrten, um beim heiligen Bonifatius Ablässe (für ihre Sünden) zu kaufen. Hoch oben hängen im Glockenstuhl drei neue Glocken, die früheren sind entweder zersprungen, verkauft oder eingeschmolzen worden. Die Glocken in allen Zeiten hatten die Aufgaben, die Gläubigen zu Gottesdiensten zu rufen, an das Ableben von Bürgern zu erinnern und Feuersbrünste und andere Katastrophen anzukündigen - nur am 19.10.1996 konnten sie es nicht mehr.
Aber sie ertönten auch als Friedensglocken, so am 19.8.1650 als der 30-jährige Krieg beendet und die Überlebenden und die Rückkehrer ihrer friedlichen Arbeit nachgehen konnten. 1816 läuteten die Glocken das Friedensfest ein - Ende der napoleonischen Kriege. Fast 100 Jahre währte die friedliche Zeit, bis in den zwei Weltkriegen das Sterbeglöckchen für die Gefallenen erklang. Am 8. Mai 1945 läuteten die Glocken den Frieden ein und er dauert noch nach 65 Jahren sowie für immer. Jährlich am 8. Mai erinnern die alten und neuen Glocken mit ihrem Drei- Klang an einen dauerhaften Frieden!
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- Geschrieben von: Dieter Domann
- Amtsblatt Nummer: 11/2010
Wir erlebten am 17.9. ein wunderbares Konzert des Rostov Don Kosaken-Chores in der St. Bonifatius-Kirche. Schon die ersten Töne der russisch-orthodoxen Gesänge, in denen die Sänger mit dunklen Bässen und klaren Tenören brillierten, ließen die unverkennbaren russischen Weisen erkennen. Wunderbar auch das Wechselspiel zwischen Chor- und Sologesang. Der Ataman (gewählter Kosakenführer) Vladimir Gorovoi war ein ausgezeichneter Dirigent, ebenso Chorsänger und Solist. Auch kündigte er die Titel in deutscher Sprache an, wie Guten Abend mein Herr, Vor Deinem Kreuz, Ave Maria u.a. also Kirchgesang, ohne Mikrofon, ein echter stimmgewaltiger Männerkirchenchor. Nach einer kurzen Pause bewiesen die 8 Sänger, einer mit Harmonika und bunten Trachten, in ihren Volksliedern ihren Lebensmut, ihr Temperament. Als „Katjuscha“ erklingt, erinnerten wir uns an die Nachkriegszeit, als das berühmte Alexandrow-Ensemble in Berlin zum ersten Mal uns mit russischen Volksliedern bekannt machte, aber auch in Deutsch „Im schönsten Wiesengrunde“. Wie im 1. Teil erklangen die Weisen im Wechselspiel von Chor- u. Sologesang, wie Katjuscha, vom Don, vom wilden Kosakenleben, von den Wolgaschleppern und dem wunderschönen „0 Abendklang“. Viele Gäste summten mit. Die Sänger bekamen stets viel Beifall; aber am meisten als ein Bassist das Wolgalied in Deutsch sang - aus Lehars Operette Zarewitsch“. Es steht ein Soldat am Wolgastrand“.
Zum Abschluss durfte natürlich „Kalinka“ nicht fehlen, wobei die ca. 100 Gäste begeistert mitklatschten. Nach den Dankesworten durch Pfarrer Polney und dem Überreichen einer traditionellen Rose sangen und tanzten die „Kosaken“ Marusja. Mit herzlichem Beifall verabschiedeten sich die „Wilden Kosaken“- es war ein echter Ohrenschmaus!